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Methoden

Die Grammatikvermittlung kann nach Jeuk und Schäfer (2008) beiläufig oder ausdrücklich (ab ca. Mitte 3. Klasse) erfolgen. Schülerinnen und Schüler können in beiden Bereichen nachahmend oder entdeckend lernen:

  • Beiläufig-nachahmend: unbewusstes Lernen grammatikalischer Formen (z.B. beim Singen oder beim Nachsprechen von Reimen/Versen).
  • Beiläufig-entdeckend: es kann dabei zur Wahrnehmung grammatischer Phänomene kommen, ohne jedoch eine vertiefte Reflexion.
  • Ausdrücklich-nachahmend: explizite, bewusste Lernform, bei der nach einer bestimmten Vorgabe grammatische Strukturen identifiziert oder selbst gebildet werden sollen (z.B. Perfektformen im Rahmen eines Lernspiels).
  • Ausdrücklich-entdeckend: Durch Vergleichen und Sortieren vorgegebenen Sprachmaterials sollen bestimmte Strukturen und sprachliche Regeln entdeckt werden. Die Eigentätigkeit fördert die Behaltenstiefe. Dies schließt steuernde Hilfen durch die Lehrkraft nicht aus, Schülerinnen und Schüler sollten aber prinzipiell selbst die Sprache erforschen.

Grießhaber (2010) entwickelte Erwerbsstufenmodelle für den Erwerb von Satzmustern, mit denen die Lehrkraft die Schülerinnen und Schüler in Profilstufen einordnen kann. Auf Grundlage dieser Basis kann sie die Lernerinnen und Lerner zielgerichtet fördern und auf die nächste Stufe führen. Jeuk (2008) entwickelte Erwerbsstufenmodelle für den Genuserwerb. Als Grundlage für die Einordnung in eine Stufe sollten Schülertexte analysiert werden. Jeweils drei Belege sollte man haben, um eine Schülerin und einen Schüler einordnen zu können.