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Aus unseren Erfahrungen sind folgende Progressionsschritte sinnvoll. Wer sich näher und ausführlicher mit den Problembereichen der deutschen Grammatik beschäftigen möchte, kann gerne einen Blick auf das Projekt der Stiftung Mercator zur Sprachförderung von Grundschulkinder mit Migrationshintergrund werfen.

1. Lernjahr

Verben:

  • regelmäßige und häufig gebrauchte erste Verben: zunächst nur in 1. und 2.Person Einzahl, in Dialogen üben, später alle Personalformen,
  • unregelmäßige Verben im Präsens, die die Lernerinnen und Lerner benötigen,
  • trennbare Verben; sie sind gut mit Tagesablauf einzuführen: ich stehe auf, ich kaufe ein usw.,
  • reflexive Verben, die ebenso mit Tagesablauf trainiert eingeführt werden können: ich wasche mich, ich ziehe mich an usw.,
  • Modalverben: müssen, können, dürfen, usw.,
  • Zeitform Präsens, recht früh auch Perfekt einführen, aus Erfahrung empfiehlt es sich vor Weihnachten,
  • Präteritum nur von Modalverben und von sein und haben, da man diese eher im Präteritum benutzt,
  • Verben mit Präpositionen: warten auf (Akk.), denken an (Akk.), sprechen mit (Dat.),
  • Substantive,
  • die Substantive mit Artikel und im Singular und Plural einführen, da es sehr verschiedene Möglichkeiten gibt, den Plural zu bilden.

Folgende Materialien könnten hilfreich sein bei der Konjugation von Verben:

Adjektive:

  • erste Adjektive mit Komparation: schnell – schneller als – am schnellsten,
  • Deklination ja, aber sehr schwer (spiralcurricular vorgehen).

Artikel/Possessivartikel:

Pronomen:

  • Personalpronomen im Nominativ  (ich, du ...) , Akkusativ (mich, dich...) und Dativ (mir, dir …),
  • Indefinitpronomen (ein, eine...).

Folgende Materialien könnten bei der Arbeit mit Pronomen hilfreich sein:

Kasus:

  • erst Nominativ: Was ist das? Das ist der Tisch.
  • dann Akkusativ: Was siehst du? Ich sehe den Tisch. Wohin gehst du? Ich gehe in den Verein.
  • dann Dativ: Wo ist …? Es ist in der Schule. Wem gibst du …? Ich gebe es meinem Vater.
  • die Fälle Akkusativ und Dativ lieber in Bezug mit den Verben einführen als mit Präpositionen.
  • Verben mit Akkusativ: kochen, backen, lesen, schreiben … Ich koche die Suppe.
  • Verben mit Dativ: helfen, schenken, geben … Ich helfe meiner Mutter.
  • recht früh den Akkusativ einführen (im ersten Lernjahr vor Weihnachten).

Folgende Schilder könnten der Visualisierung dienen, was sich im Akkusativ und Dafiv verändert:

Hier finden sich ausgewählte Verben, die den Akkusativ nach sich ziehen und hier finden sich ausgewählte Verben, die den Dativ nach sich ziehen.

 

Präpositionen:

  • die lokalen Präpositionen an,auf, bei, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen sind Wechselpräpositionen:
  • auf die Frage Wohin? folgt der Akkusativ. Beispiel: Wohin gehst du? - in die Schule,
  • auf die Frage Wo? folgt der Dativ. Beispiel: Wo bist du? - in der Schule,
  • Zur Verdeutlichung kann man immer ergänzen: Wenn eine Bewegung erfolgt (Wohin?), dann Akkusativ. Ohne Bewegung (Wo?), folgt der Dativ,
  • leichter ist es, die Präpositionen getrennt einzuführen, z.B. zunächst nur die mit Wohin?
  • oder: erst die Präpositionen einführen, die den Akkusativ erfordern: entlang, durch, um, gegen, für, bis, ohne. Dann die Präpositionen, die den Dativ erfordern: aus, bei, mit, von, seit, nach, zu – finden Dativ immerzu. Und dann erst die Wechselpräpositionen.

Folgende Materialien können bei der Arbeit mit Präpositionen helfen:

Sätze:

  • Satzstellung im Aussagesatz: Wichtig ist die Verbzweitstellung im Deutschen: Prädikat ist immer zweites Satzglied! Inversion: Ich frühstücke. Aber: Morgens frühstücke ich.
  • Satzstellung im Fragesatz: Verb (Prädikat) steht vorne,
  • Satzarten und ihre Satzschlusszeichen (. ! ?),
  • Hauptsatz + Hauptsatz mit nebenordnenden Konjunktionen wie und, oder,
  • Satzverneinung mit nicht.

Wortbildung:

  • Endungen von Substantiven: -heit, -keit, -nis, -schaft, -tum,
  • Endungen von Adjektiven: -ig, -lich, -bar,
  • Aus zwei Nomen zusammengesetzte Substantive: Haustür, Schlüsselloch.

Um Nomen/Substantive zu identifizieren, kann man verschiedene Proben anwenden. Folgende Übersicht könnte der Orientierung dienen:

 

2. Lernjahr

Verben:

  • Zeitformen: Präteritum, Plusquamperfekt, Futur,
  • Verbstellung in Nebensätzen,
  • Aktiv, Passiv,
  • Konjunktiv.

Adjektive:

  • Deklination der Adjektive.

Wortbildung:

  • Substantive werden zu Adjektiven, z.B. pausenlos,
  • Verben werden zu Substantiven: die Verpackung,
  • Verben werden zu Adjektiven, z.B. käuflich.

Sätze:

  • Satzbau in Sätzen mit verschiedenen Satzgliedern (Umstellprobe hilfreich, um die Satzglieder zu eruieren),
  • Satzverbindung Hauptsatz+Hauptsatz mit trotzdem, deshalb,
  • Hauptsatz+Nebensatz mit den Konjunktionen weil, wenn, dass, da,  
  • Relativsätze.

Als Übersicht über die grammatischen Inhalte verweisen wir auf die „Schritte Grammatik“ vom Hueber-Verlag: