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Manche grammatische Strukturen werden nicht bewusst gelernt, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg durch alltägliches Sprechen entwickelt. Andere grammatische Strukturen werden bewusst gelernt und geübt. Hierbei hat eine direkte Fehlerkorrektur einen durchaus positiven Einfluss.


Grundlagen beim Unterrichten sprachlicher Strukturen


Methoden

Die Grammatikvermittlung kann nach Jeuk und Schäfer (2008) beiläufig oder ausdrücklich (ab ca. Mitte 3. Klasse) erfolgen. Schülerinnen und Schüler können in beiden Bereichen nachahmend oder entdeckend lernen:

Grießhaber (2010) entwickelte Erwerbsstufenmodelle für den Erwerb von Satzmustern, mit denen die Lehrkraft die Schülerinnen und Schüler in Profilstufen einordnen kann. Auf Grundlage dieser Basis kann sie die Lernerinnen und Lerner zielgerichtet fördern und auf die nächste Stufe führen. Jeuk (2008) entwickelte Erwerbsstufenmodelle für den Genuserwerb. Als Grundlage für die Einordnung in eine Stufe sollten Schülertexte analysiert werden. Jeweils drei Belege sollte man haben, um eine Schülerin und einen Schüler einordnen zu können.


Grammatische Progression

Oft wird die grammatische Progression vom Lehrwerk vorgegeben. Man darf als Lehrkraft jedoch durchaus die Reihenfolge ändern.

Es gilt dabei jedoch drei Regeln zu befolgen:

Zur Übersicht über die Wortarten im Deutschen (ohne Numerale und Partikel) sind hier Schilder zu sehen. Sie können im Klassenzimmer ausgehängt werden. Die Wortartensymbole, in Anlehnung an Montessori, haben sich in der Praxis mit ausländischen Schülerinnen und Schülern sehr bewährt. Die Schülerinnen und Schüler markieren die Wörter in leichte Sätzen mit diesen Symbolen. 

 

Eine Übersicht über die Symbole und die Farben für Satzglieder dient zur eigenen Orientierung. Hilfreich ist es, wenn man sich in der ganzen Schule auf gleiche Farben und Symbole einigt.


Aus unseren Erfahrungen sind folgende Progressionsschritte sinnvoll. Wer sich näher und ausführlicher mit den Problembereichen der deutschen Grammatik beschäftigen möchte, kann gerne einen Blick auf das Projekt der Stiftung Mercator zur Sprachförderung von Grundschulkinder mit Migrationshintergrund werfen.

1. Lernjahr

Verben:

Folgende Materialien könnten hilfreich sein bei der Konjugation von Verben:

Adjektive:

Artikel/Possessivartikel:

Pronomen:

Folgende Materialien könnten bei der Arbeit mit Pronomen hilfreich sein:

Kasus:

Folgende Schilder könnten der Visualisierung dienen, was sich im Akkusativ und Dafiv verändert:

Hier finden sich ausgewählte Verben, die den Akkusativ nach sich ziehen und hier finden sich ausgewählte Verben, die den Dativ nach sich ziehen.

 

Präpositionen:

Folgende Materialien können bei der Arbeit mit Präpositionen helfen:

Sätze:

Wortbildung:

Um Nomen/Substantive zu identifizieren, kann man verschiedene Proben anwenden. Folgende Übersicht könnte der Orientierung dienen:

 

2. Lernjahr

Verben:

Adjektive:

Wortbildung:

Sätze:

Als Übersicht über die grammatischen Inhalte verweisen wir auf die „Schritte Grammatik“ vom Hueber-Verlag:


Literatur

Belke, Gerlind & Geck, Martin: Das Rumpelfax: Singen, spielen üben im Grammatikunterricht.Handreichungen für den Deutschunterricht in mehrsprachigen Lerngruppen. 2. Aufl. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren 1996, 2007.

Belke, Gerlind: Poesie und Grammatik. Kreativer Umgang mit Texten im Deutschunterricht mehrsprachiger Lerngruppen. Für die Vorschule, Grundschule und Orientierungsstufe. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren 2007.

Grießhaber, Wilhelm: Spracherwerbsprozesse in Erst- und Zweitsprache. Eine Einführung. Duisburg: Universitätsverlag Rhein-Ruhr 2010.

H.Funk und M.König: Grammatik lehren und lernen.  München: Langenscheidt 1991.

Jeuk, Stefan: Der Katze sieht den Vogel. Aspekte des Genusserwerbs im Grundschulalter. In: Ahrenholz, Bernt (Hrsg.): Zweitspracherwerb. Diagnosen, Verläufe, Voraussetzungen. Beiträge aus dem 2. Workshop Kinder mit Migrationshintergrund. Freiburg i.B.: Fillibach 2008. S. 135-150.

Jeuk, Stefan & Schäfer, Joachim: Schriftsprache erwerben. Didaktik für die Grundschule (überarbeitete Auflage). Berlin: Cornelsen Scriptor 2013.

Tschirner, Erwin: Lernergrammatiken und Grammatikprogression. In: Skibitzki, Bernd & Wotjak, Barbara (Hrsg.): Linguistik und Deutsch als Fremdsprache. Festschrift für Gerhard Helbig. Tübingen: Niemeyer 1999. S. 227-240.

Zum Generativen Schreiben empfehlen wir folgenden Artikel: http://www.goethe.de/ins/eg/kai/pro/BK/DownFB/Mueller/GenerativesSchreiben.pdf.