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Hören

Die größten Hürden beim Hörverstehen sind die Flüchtigkeit und die Unmittelbarkeit des Hörens. Die Rezeption ist nicht steuerbar. Gelegentlich kann man zwar nachfragen, aber nur punktuell. Der Hörende muss gleichzeitig entschlüsseln, auf den wesentlichen Inhalt reduzieren und diesen sofort speichern. Zugleich müssen der weitere Verlauf antizipiert und dazu Hypothesen gebildet werden. Es gibt verschiedene Hörtextsorten. Bei dialogischen Hörtexten (Arztbesuch, Wegbeschreibung, Interview…) muss die Schülerin und der Schüler neben dem Inhalt auch auf den Sprecherwechsel achten. Monologische Hörtexte (Durchsagen, Ankündigungen) haben oft einen dichten Informationsgehalt und sind weniger strukturiert. Hörtexte sollten nicht schriftlich ausgegeben und damit nicht dem Wunsch der Lernenden nach totalem Verstehen nachgegeben werden. Anders ist es bei Filmen; da kann der Schülerin und dem Schüler empfohlen werden, den Film mit Untertiteln anzuschauen, da Geschriebenes die Verbesserung des Hörverstehens unterstützen kann. Hörverstehensübungen schließen mehrere Phasen ein: die Vorentlastung, Aufgaben zum  globalen Verständnis und anschließend Arbeitsaufträge zum selektiven oder detaillierteren Verständnis. Die Übung wird 2-3 Mal angehört. Orientieren kann sich der Lehrer an listening-Übungen im Englischunterricht. Gutes Unterrichtsmaterial bietet der Hueber Verlag. ( Der Hueber Verlag bietet in der Reihe „Hören & Sprechen“ Übungsmaterial mit Audio-CD bzw. mit mp3-download Übungsmaterial von A1 bis B2.) Der Hörtext sollte vorentlastet werden, um das Vorwissen sowie Wortschatz und Redemittel zu aktivieren. Dadurch können die Schüler auch Hypothesen, zu dem was folgt, bilden.

a) Möglichkeiten der Vorentlastung:

Wichtig ist, neugierig zu machen, denn Neugier fördert die Konzentration. Diese kann erzeugt werden durch

  • visuelle Informationen: Bilder, Fotos
  • textuelle Informationen: Situationsbeschreibungen, Dialoge
  • akustische Informationen: Geräusche
  • gemeinsame Erstellung eines Mindmaps zum Thema des kommenden Hörtextes.

b) Globales Hören

  • Sinnvoll ist es, eine allgemeine Fragestellung zum Text anzubieten, um herauszufinden, ob die Lernende wissen, worum es geht oder ob die Emotionen der Personen erfasst wurden. Kernaussagen können zusammengefasst werden.

c) Selektives Hören

Die Aufgaben sollten vor dem Hören besprochen werden. Mögliche Aufgaben sind:

  • Multiple-choice Aufgaben
  • Richtig oder falsch-Aufgaben
  • Verbinden von Informationen
  • Die Reihenfolge festlegen
  • Nach dem Thema des Gehörten (z.B. Interview, Bericht etc.) fragen
  • Beantwortung von Fragen (nach dem Hören).

d) Detailliertes Hören

  • Details werden meist erst beim dritten Hören erfasst. Detaillierte Informationen können mittels konkreter Fragen zum Inhalt des Gehörten in Erfahrung gebracht werden.

e) Transfer

  • Als guter Abschluss hat sich erwiesen, einen Bezug zur Lebenswelt der Lernenden zu schaffen. So kann Gehörtes zum Sprechen oder Schreiben über eigene Erfahrungen anregen. Die Schülerinnen und Schüler können auch ihre eigene Meinung zum Gehörten äußern. Dazu sollte man ihnen aber sprachliche Mittel (wie z.B. „Ich finde, dass…“, „Meiner Meinung nach …“, „Ich glaube, dass…“, „Mir gefällt (nicht)…“ etc.) an die Hand geben.