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Wie korrigieren?

Es kann auf verschiedene Weise korrigiert werden:

  • Direkt/indirekt
  • Verbal/nonverbal
  • Unterbrechend oder nicht unterbrechend.

Lyster/Mori (2006) unterscheiden zwischen expliziter Korrektur, Umformulierung (recast) und Aufforderung zur Selbstkorrektur. Mündliches Feedback sollte dabei positiv und affektiv erfolgen und der Schülerinnen oder dem Schüler signalisieren, dass Fehler ein wichtiger Bestandteil des Sprachenlernens sind und zum Spracherwerb dazugehören. Im mündlichen Bereich, vor allem beim freien Sprechen, hat sich das „korrektive Feedback“ als Korrekturverfahren bewährt. Dabei wiederholt die Lehrkraft die Aussage der Schülerinnen oder des Schülers in richtigem Deutsch ohne die Schülerinnen oder den Schüler dabei mitzuteilen, dass er fehlerhaft gesprochen hat. Ähnlich machen es in der Regel auch Eltern von Kleinkindern in der Muttersprache.
Beispiel:
Schülerin oder Schüler: „Ich gestern ins Kino gegeht.“
Lehrkraft: „Oh, toll. Du bist gestern ins Kino gegangen….“

Der Nachteil des korrektiven Feedbacks ist, dass die Schülerin oder der Schüler die Korrektur eventuell nicht wahrnimmt. Besonders intensiv sollte allerdings bei der Ausspracheschulung, der Produktion von Lauten und bei Grammatikübungen verbessert werden. Im Gespräch oder Vortrag kann die Lehrkraft auch durch Zeichen einen Fehler signalisieren oder sich der Schülerinn oder den Schüler selbst verbessern lassen. Außerdem bietet es sich bei einem Vortrag oder Referat an, im Anschluss daran auf wichtige Fehler aufmerksam zu machen, so dass alle Schülerinnen und Schüler einen Lerneffekt haben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, an anderer Stelle diesen Fehlerschwerpunkt noch einmal zu üben. Dies gilt vor allem bei systematisch auftretenden Fehlern, indem die entsprechende Regel noch einmal bewusst gemacht wird. Bei der Korrektur schriftlicher Arbeiten können Korrekturzeichen verwendet werden, die mit der Schülerschaft vorher besprochen wurden. Dabei hat es sich als sinnvoll erwiesen, einen sprachlichen Fehler, den die Schülerin oder der Schüler macht, weil sie oder er ihn aufgrund ihres oder seines Sprachstandes noch nicht hat vermeiden können, mit Bleistift zu korrigieren und nur die Fehler mit Hilfe von Korrekturzeichen deutlich hervorzuheben, die die Schülerin oder der Schüler aufgrund seines Sprachstandes selbst verbessern kann. Beim kreativen Schreiben hat es sich bewährt, dass die Lehrkraft den Schülertext so abtippt, dass er verständlich und sprachlich richtig ist und den Schülerinnen und Schüler diesen Text noch einmal abschreiben lässt. Inhalt und Sprachstil sollten dabei so authentisch wie möglich bleiben.