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Einführung von Wortschatz

Ausgangs- und Endpunkt jeder Wortschatzarbeit ist das Training der Fertigkeiten „hören, sprechen, lesen, schreiben“. Wortschatz sollte aber nicht isoliert eingeführt werden, sondern in einem Kontext bzw. in authentischen Situationen. Dies erleichtert das Verstehen, fördert die Bildung assoziativer Verbindungen im Gehirn und sorgt so für eine bessere Verankerung im Langzeitgedächtnis. Als Einstieg kann ein gelesener Dialog, ein Situationsbild oder ein Rollenspiel, ein Lehrervortrag (z.B. Vorstellung einzelner Personen einer Familie) oder ein Lesetext dienen

Grundsätzlich sollte so vorgegangen werden: hören -  sprechen - lesen - schreiben.

Bei der Vermittlung von Wortschatz sollten zunächst einfache, kurze Wörter, die konkrete Sachverhalte darstellen, eingeführt werden; später häufig gebrauchte, transparente Wörter und schließlich längere, komplexere Wörter. Bei Sprachanfängerinnen und Sprachanfänger bietet sich die Vermittlung mit Hilfe von Realien oder Bildkarten an. Vor allem bei Substantiven, Verben und Adjektiven ist dies gut möglich. Besonders in den ersten Monaten macht es Sinn, Wörter in Wortfeldern einzuführen (Bsp. Schulsachen, Dinge im Klassenzimmer, Farben, Kleidung, Körperteile, Adjektive in der Grundform, erste Verben). Jedes Wort sollte zunächst vorgesprochen werden, damit die Schülerinnen und Schüler mit dem Klang der Wörter vertraut gemacht werden. Es ist umstritten, ob im Chor nachgesprochen werden sollte. Der Vorteil ist, dass die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler sich in der Gruppe etwas verstecken kann, wenn er sich noch unsicher beim Sprechen fühlt. Schamgefühle bei falscher Ausprache können so vermieden werden. Andererseits ist das Sprechen im Chor keine alltagsübliche Form des Sprechens. Von daher wäre das Üben des Wortschatz im Rahmen von Dialogen natürlicher. Neuer Wortschatz sollte mehrfach gehört und von der Schülerschaft gesprochen worden sein, bevor ihnen das Schriftbild in Form einer Wortkarte präsentiert wird. Die Schülerinnen und Schüler lesen dann die Wörter und schreiben sie schließlich ins Vokabelheft. Die Bedeutung wird entweder in ihrer Muttersprache zusätzlich aufgeschrieben oder gezeichnet (z.B. wenn das Kind in seiner Muttersprache nicht schreiben kann).

Eine 1:1 Übersetzung kann problematisch sein, da bei einer Bedeutungselemente einer Sprache verloren gehen können, weil die sprachliche bzw. kulturelle Anbindung fehlt. Außerdem weiß die Lehrkraft nicht, ob das Kind das Wort richtig übersetzt hat. Aber auch ein einsprachiges Vorgehen kann schwierig sein, da Unbekanntes mit Unbekanntem erklärt wird.

Untersuchungen zufolge brauchen viele Menschen 8-10 Wiederholungen, um ein Wort aus dem Lautstrom filtern zu können, mehr als 20 Wiederholungen um die Bedeutung zu ordnen und mehr als 50 Wiederholungen bis ein Wort eigenständig gebraucht werden kann. Dabei kommt der Lehrkraft im DaZ-Unterricht zu Gute, dass die Schülerinnen und Schüler in ihrer Umgebung viele Wörter bereits aufgeschnappt haben.

Neben Wortlisten bietet es sich auch an, mindmaps anzulegen, um der Schülerschaft beispielsweise nicht nur Substantive, sondern Wörter verschiedener Wortarten und den Wortschatz zu vermitteln, mit dem er Sätze bilden kann. Dazu bieten sich Situationsbilder (z.B. Auf der Straße, im Park, am Bahnhof…),  zu denen sich die Lernenden äußern sollen, an. Am Anfang des Sprachlernprozesses beginnen die Schülerinnen und Schüler den Satz mit „Das ist…“. Die Schülerin und der Schüler muss so nur den Nominativ verwenden. Ist der Akkusativ eingeführt, kann der Satz auch mit „Ich sehe…“ begonnen werden. Die Lehrkraft kann dann ein mindmap mit dem neu erlernten und teilweise bekanntem Wortschatz erstellen. Daraus können sich dann wieder Schreibaufgaben ergeben (z.B. 10 Sätze zum Bild schreiben, einen Dialog in Partnerarbeit entwickeln, Wörter nach Wortarten ordnen, Substantive im Singular und Plural notieren) etc.