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Die Ursachen von Aussprachefehlern kann man auch nach den Kategorien Hören, Sprechen und Schreiben unterscheiden:
1. Interferenzen (Übertragungen zwischen zwei Systemen):
- Hörinterferenzen: Der sogenannte "muttersprachliche Filter" beeinflusst die Wahrnehmung der Zweitsprache; unbekannte Laute oder prosodische Muster werden falsch gehört (Prosodie betrifft in der Phonologie alles, was nicht mit einzelnen Lauten, sondern mit größeren Einheiten wie Silben, Wörtern und Sätzen zu tun hat).
- Sprechinterferenzen: Übertragung von phonologischen und phonetischen Eigenschaften aus der Muttersprache in die Zweitsprache.
- Schriftinterferenzen: Lernerinnen und Lerner leiten Lautbilder aus der Schrift ab, z. B. lange Konsonanten bei italienischen Lernerinnen und Lernern; mangelnde Auslautverhärtung.
2. Artikulatorisch-motorische Probleme: Schwierigkeiten, bestimmte Laute, Lautverbindungen oder prosodische Muster (Akzentuierung, Intonation etc.) richtig zu erzeugen.

WICHTIG: Die Ursache bestimmt die Auswahl der geeigneten Übungen. Artikulationsübungen alleine helfen nicht, wenn ein Wahrnehmungsproblem vorliegt.
Ist die Ursache eine Interferenz empfiehlt es sich, Übungen zur Bewusstmachung durchzuführen, z. B. Wahrnehmungsübungen, Regeln erläutern, sprachkontrastiv arbeiten („In deiner Sprache ist das so, aber im Deutschen ist das so.“). Ist die Ursache artikulatorisch-motorisch sollen Artikulationsübungen, Erläuterungen zur Stellung von Artikulatoren ("Wie wird der Laut gemacht?") angewendet werden.