Unterseiten

Die Sache mit der Schulpflicht

Jedes deutsche oder in Deutschland aufwachsende Kind, weiß ziemlich schnell, dass es zwischen 6 und 7 Jahren in die Schule kommt.

Das deutsche Grundgesetz schreibt in Artikel 6 alleinig den Eltern das Recht zur Pflege und Erziehung ihrer Kinder zu. Dennoch unterstehen Kinder, die in Deutschland leben und als wohnhaft gemeldet sind, der Schulpflicht in einem unter Aufsicht des Staates stehenden Schulsystem (GG Art. 7,1). Bereits diese grundlegenden Verpflichtungen sind vielen Eltern aus anderen Herkunftsländern neu. In vielen Ländern dieser Erde ist eine Schulpflicht für Kinder nicht gegeben, mehr noch gilt der Schulbesuch oftmals als Privileg oder ist manchen Schichten gar verboten. Manchmal werden Kinder auch nicht in die Schule geschickt, damit sie den Unterhalt ihrer Familie mitfanzieren, indem sie arbeiten.

Hier liegt es an Ihnen, als Schule und Lehrkraft, Eltern und Schülerinnen und Schüler über Rechte und Pflichten zu informieren. Sie müssen ihnen den Mehrwert von Schule verdeutlichen und die Familie zugleich über die rechtlichen Konsequenzen einer Schulverweigerung (Bußgeldverfahren) aufklären. Bildung des Kindes bedeutet für diese Familien auch oft Bildung für alle und Zugang zur Gesellschaft. Wenn die Eltern aufgrund ihrer zahlreichen Arbeitsverhältnisse vorerst keine Zeit für einen Deutschkurs haben, sind es die Kinder, die Post- und Behördengänge für die Eltern managen. Dies ist jedoch der nächste Spagat, den Lehrkräfte in der Elternkommunikation absolvieren müssen, der jedoch durch ein aufgebautes Vertrauensverhältnis zu meistern ist. Den Eltern muss klar sein, dass sie weiterhin in der Verantwortung stehen, für ihre Kinder umfassend zu sorgen. Das Kind darf nicht zur Dolmetscherin oder zum Dolmetscher für die Familie auf Dauer instrumentalisiert werden. Seien Sie hier rigoros, wenn es um die Bitte um Unterrichtsbefreiung für Behördengänge geht, an erster Stelle steht die Schulpflicht und auch Ihnen sind hier die Hände gebunden. Verweisen Sie auf das Gesetz und verweisen Sie auf kostenlose Dolmetscherinnen und Dolmetscher oder Familienhilfen (siehe Kooperationspartner).